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„Alles Wissen und alles Vermehren unseres Wissens endet nicht mit einem Schlußpunkt, sondern mit einem Fragezeichen.“ (Hermann Hesse)



April 2015: Spargel: Königliches Gemüse mit vielfältigen Eigenschaften

von Franca Mangiameli 

Klopft der Frühling an, lässt auch der Spargel nicht mehr lange auf sich warten. Dieses königliche Gemüse, auch essbares Elfenbein bezeichnet, ist nicht nur wegen seines delikaten Geschmacks und seiner figurfreundlichen Eigenschaften beliebt, sondern wird auch hinsichtlich seiner positiven Effekte auf die Gesundheit schon seit Jahrhunderten geschätzt. Obwohl der Spargel gerade mal 18 Kilokalorien pro 100 Gramm liefert, ist er reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Mit einer Portion von 500 Gramm frischen Spargel decken Sie bereits Ihren Vitamin C Bedarf und nehmen etwa so viel Kalzium auf wie mit 125 ml Milch. Weiterhin strotzt Spargel nur so vor Folsäure, Vitamin E, Kalium und Magnesium. Sein hoher Wassergehalt von 94 Prozent macht aus den weißen und grünen Stangen ein kalorienarmes Lebensmittel, das durch seinen relativ hohen Ballaststoff- sowie Eiweißgehalt länger im Magen verweilt und damit lange satt macht. Darüber hinaus stabilisiert er den Blutzucker, wodurch er Heißhungerattacken vorbeugt. Selbst Low-Carb-Liebhaber müssen auf den Genuss von Kartoffeln zum Spargel nicht gänzlich verzichten. Das Stangengemüse ist in der Lage die Verdauung von Stärke zu hemmen, wodurch ein Teil unverdaut ausgeschieden wird. Und wenn Sie dann noch die Kartoffeln abgekühlt verzehren, sparen Sie noch mehr Kohlenhydrate ein. Durch den Erkaltungsprozess wird nämlich ein Teil der Stärke resistent und somit unverdaulich. Spargel macht nicht nur schlank und satt, sondern bringt auch Ihre Verdauung auf Touren, indem er den guten Darmbakterien das notwendige Futter für eine gesunde Darmflora liefert. Sekundäre Pflanzenstoffe wirken darüber hinaus cholesterinsenkend, zellschützend, immunstärkend und entzündungshemmend. Spargel besitzt weiterhin einen antidiabetischen-Effekt: er senkt nämlich den Blutzuckerspiegel –all das zumindest im Tierversuch. Ferner wirken Kalium und Asparaginsäure im Spargel harntreibend, reinigend und sogar gegen den gemeinen Kater. Wenn Sie also zu tief ins Bierglas geschaut haben und lästige Kopfschmerzen am Folgetag vermeiden wollen, dann rate ich Ihnen Spargel zu essen. Dieser ist nämlich in der Lage die Aktivität alkoholabbauender Enzyme erhöhen. Bei all diesen positiven Eigenschaften ist es nicht verwunderlich, dass der Asparagus officinalis, so seine lateinische Bezeichnung, bereits von Hippokrates de Kos im Jahre 450 v Chr. als Heilmittel bezeichnete wurde. 
Nun aber zur Schattenseite dieses begehrten Gemüses, die sich bei den meisten von uns erst beim folgenden Toilettengang nach Spargelgenuss bemerkbar macht: ich spreche vom typischen schwefeligen Uringeruch, der uns ein ziemliches Naserümpfen bereitet! Zunächst aber die gute Nachricht: der charakteristische Spargel-Uringeruch ist nichts Schlimmes. Eine ältere Theorie besagt, dass alle Menschen das charakteristische Aroma nach dem Spargelessen auf der Toilette verströmen, nur nicht alle die Fähigkeit besitzen diesen unangenehmen Duft auch wahrzunehmen. Gemäß einer anderen Hypothese sind nur 40 Prozent der Menschen genetisch mit einem Enzym ausgestattet, mit dem sie den Aromastoff „Asparagusinsäure“ in geruchsintensive schwefelhaltige Verbindungen zersetzen und anschließend mit dem Urin ausscheiden können. Schenken wir der allerneusten Studie Glauben, so ist wohl an beiden Hypothesen etwas dran. 
Wie auch immer - genießen Sie die Spargelsaison, egal ob grün oder weiß – Spargel ist vielseitig einsetzbar: als Salat, mit Sauce Hollaindaise, gebraten zum Steak oder wärmend als Suppe. 




März 2015: Hilft Sonne beim Abspecken?

von Franca Mangiameli

Über die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland wiegt zu viel aber noch mehr Menschen haben einen Vitamin-D-Mangel. In den Wintermonaten sind etwa 70 % der Erwachsenen und 80 % der Kinder und Jugendlichen unterversorgt. Sowohl Übergewicht also auch Vitamin-D-Mangel stehen im begründeten Verdacht diverse Störungen im Stoffwechsel zu verursachen und Krankheiten zu fördern: Insulinresistenz, Arteriosklerose, Krebs, Diabetes, Bluthochdruck, um nur ein paar zu nennen. Darüber hinaus verdichten sich zunehmend die Daten, dass Vitamin-D-Mangel möglicherweise zu Übergewicht führt und umgekehrt Übergewicht zu  Vitamin-D-Mangel.

Zwar sind die Mechanismen, wie das eine zum anderen führt nicht geklärt, eindeutig ist aber, dass eine klare Beziehung zwischen beiden Faktoren besteht. Viele Beobachtungsstudien und klinische Experimente in den letzten Jahren haben eindeutig belegt, dass übergewichtige Menschen niedrigere Vitamin-D-Spiegel besitzen als Schlanke. Je mehr Fettmasse vorhanden, desto weniger Vitamin D ist im Blut. Da Vitamin D fettlöslich ist, speichern dicke Menschen es vermehrt im Fettgewebe, wodurch es dem Körper nicht mehr so effizient zur Verfügung steht. Kein Wunder also, dass durch eine Gewichtsabnahme der Vitamin-D-Spiegel erst einmal ansteigt.

Weiterhin begründen Forscher den Vitamin-D-Mangel mit der fehlenden Bewegung übergewichtiger Menschen im Freien sowie deren hautbedeckenden körperumhüllenden Kleidungsstil, selbst im Sommer. Da Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht in der Haut produziert wird, können Betroffene unter solchen Umständen kaum hinreichend von diesem wunderbaren Sonnenvitamin bilden.

Vitamin-D scheint einen regulierenden Effekt auf die Fettverbrennung zu haben. Interessant ist deshalb die Frage, ob eine Gabe von Vitamin D im Rahmen einer Diät die Pfunde besser purzeln lässt. Ein paar wenige Experimente geben zumindest Grund zur Hoffnung: In einer Studie nahmen zum Beispiel Probanden, die Vitamin D bekamen, mehr Gewicht ab, also diejenigen, die nur Placebo schluckten. In einer anderen Diät-Studie fanden Forscher heraus, dass Frauen mit einem höheren Ausgangs-Vitamin-D-Wert besser abspeckten als ihre Kontrahentinnen mit niedrigeren Basiswerten. Der Mechanismus hierzu ist leider noch unklar und bedarf weiterer Forschung. Eine mögliche Erklärung sehen Wissenschaftler im thermischen Effekt von Vitamin D nach einer Mahlzeit. Das bedeutet, dass der Energieverbrauch nach dem Essen bei guter Vitamin-D-Versorgung höher ist, als im Mangelzustand. Zusammen mit Kalzium aus der Nahrung scheint Vitamin D umso mehr die Fettverbrennung zu fördern.

Was bedeutet das für Sie? Noch ist nichts endgültig geklärt. Aber so viel steht fest, wir brauchen aus vielerlei Gründen mehr Vitamin D. Lassen Sie deshalb Ihren Status beim Arzt bestimmen und wenn Sie im Mangel sind und auch noch abnehmen wollen, dann schadet es nicht die Speicher zu füllen und dies geht am besten mit Sonne – also freuen Sie sich auf den Frühling und den Sommer. Und ein paar Glückhormone on top bietet dieses Jahreszeit ja auch noch!   

Literatur: 

Earthman, CP et al.: Review: The link between obesity and low circulating 25-hydroxyvitamin D onentrations: considerations and implications. International Journal of Obesity (2012) 36, 387-396.




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